Ein Modeheft ohne Modefotos

Im Hof der Modefirma Prada in Mailand steht eine Tafel, die anzeigt, wo sich die Modefotografen einfinden sollen

Autor: Michael Guggenheimer

Die in mehreren Sprachen und in zwanzig Ländern erscheinende Modezeitschrift VOGUE hat traditionell einen starken Einfluss auf die weltweite Mode. Es ist eine Auszeichnung für Models, Modeschöpfer und Fotografen, wenn sie in der VOGUE veröffentlicht werden. Zu Modezeitschriften gehören grossformatige Fotografien. Dass es für einmal auch anders geht, beschreibt Silke Wichert im Tagesanzeiger und in der Süddeutschen: Emanuele Farneti, Vogue-Italia Chefredakteur, sorgte dafür, dass im Januarheft 2020 seiner Zeitschrift kein einziges Modebild zu sehen war. “Titelblatt und Modestrecken waren ausschliesslich illustriert worden, um auf das Nachhaltigkeitsproblem der Branche aufmerksam zu machen, die für jedes Fotoshooting irren Aufwand mit zig Flügen und grossem Gepäck betreibt”. «Auf dem Februar-Cover 2020 hielt ein Model eine Steintafel mit Bankverbindung in der Hand – das Allerheiligste im Hochglanzgeschäft war kurzerhand als Spendenaufruf für das vom Hochwasser gebeutelte Venedig zweckentfremdet worden. Beide Aktionen, die es so in der Modewelt noch nie gegeben hatte, erreichten eine Aufmerksamkeit, wie sie nicht nur die «Vogue» nur noch selten erlebt». 

Eingeworfen am 25.02.2021

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