Gegenbilder

Gewissermassen als Experiment habe ich begonnen, mit der Kamera ‚Gegenbilder‘ zu machen. Die Idee stammt aus einem Interview mit dem Fotografen und Promenadologen Bertram Weisshaar aus Leipzig, das er vor 9 Jahren in der Sächsischen Zeitung Valeria Heintges gab. Dazu Weisshaar: “Der Tourismus funktioniert so, er verkauft das Klischeebild und reproduziert es permanent. In Leipzig gibt es einen Parcours durch die Stadt, wo im Boden Fussstapfen markiert sind. In die soll man sich stellen und hat dann die ‘richtige‘ Foto-Perspektive auf die Sehenswürdigkeit“. Soll man dann nach links und rechts drehen? Besser sei, meint Bertram Weisshaar: “Schau in die entgegengesetzte Richtung! Die Frage ist, wie kommen wir zu anderen Bildern? Die kriegen wir nicht, wenn wir den Fotos hinterherlaufen, die seit 50 Jahren im Reiseführer stehen“. Auf meinem Bild zu sehen sind parkende Autos anstelle eines häufig fotografierten schönen Gebäudes aus den 30er Jahren auf dem Areal der Stadtgärtnerei Zürich. Und zu diesem Gegenbild könnte ich eine ganze Geschichte erzählen.

Eingeworfen am 6.6.2020

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