Fotografie als Malvorlage

Maler und Bildhauer haben schon früh die Fotografie zur Hilfe genommen, um ihre Bilder oder Plastiken zu bearbeiten. Nicht alle mochten dazu stehen, dass sie ihr Kunstwerk nicht am lebenden Objekt erarbeiteten. Bildhauer Vincenzo Vela etwa konnte die Büste von Katharina Bavier von Sprecher (im Bild), Tochter von Bundesrat Simon Bavier, 1876 nicht mehr nach dem lebenden Modell verfertigen, weil sie an einer Lungenkrankheit verstorben war. Daher benutzte er Fotografien der Verstorbenen als Vorbilder. Maler Pietro Chiesa benutzt 1898 ganze Bilderserien einer jungen sitzenden Frau für sein Bild Quiete mit einer sitzenden Frau im Garten. Und Maler Pompeo Mariani malt 1892 sein Bild Mia Madre nach Fotografien, die er aufgenommen hat. Damit ersparte er der betagten Frau viele Stunden des stillen Sitzens im Atelier. Und Maler Fillippo Franzoni machte um dieselbe Zeit nicht wenige Fotos vom Markttreiben bevor er seine beliebten Marktbilder malte. Nicht wenige Maler und Bildhauer gehörten in der Frühzeit der Fotografie zu den ersten professionellen Fotografen. Dass sie nach Fotos malten, behielten sie manchmal lieber für sich.

Eingegbworfen am 1.1.2020

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